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Die Netze der Zukunft spannen - Welchen Beitrag können Telekom-Unternehmen für eine Nachhaltige Informationsgesellschaft leisten?

Mag. Alois Schrems, Telekom Austria

Mag. Alois Schrems Die Telekom Austria ist das führende Telekommunikationsunternehmen Österreichs mit den Geschäftsfeldern Festnetz, Mobilkommunikation, Datenkommunikation und Internet. Die Telekom Austria ist nicht mehr Monopolist, es gibt in Österreich mittlerweile nicht ganz 40 Festnetz- und 4 Mobilnetzbetreiber. Dennoch ist die TA Marktführer in allen Geschäftsfeldern. Ein Blick auf die Marktanteile im Juni 2002 zeigt folgendes Bild:

  • 55 % beim Festnetz
  • 58 % in der Datenkommunikation
  • 43 % in der Mobilkommunikation
  • 40 % beim Internet

Derzeit beschäftigt die Telekom Austria über 15.700 MitarbeiterInnen, rund 40 bis 50 davon setzen sich im Unternehmen mit Nachhaltigkeit auseinander. Internationale Geschäfte werden in Kroatien, Liechtenstein, Slowenien und Tschechien geführt. Die Umsätze im Geschäftsjahr 2001 betrugen EUR 3,9 Mrd., das ist ein Plus gegenüber dem Vorjahr von 1,2 Prozentpunkten. Die Umsätze im ersten Halbjahr 2002 liegen bei EUR 1,9 Mrd., das beträgt ein Plus von 0,2 Prozent im Vergleichszeitraum zum Vorjahr.

Warum ist Nachhaltigkeit ein Thema für die Telekom Austria?

Dazu gibt es 3 Erklärungsansätze:

  1. Standards für börsennotierte Unternehmen
    Seit Herbst 2000 notiert die TA-Aktie an der NYSE (New York Stock Exchange) und an der Börse Wien. Daraus ergeben sich nationale wie internationale Standards für börsennotierte Unternehmen (z.B. Corporate Governance Kodex, Sarbanes Oxley Act). Die Investoren verlangen darüber hinaus langfristige Wachstumsstrategien.
  2. Freiwillige Verpflichtungen
    Die Telekom Austria führt ein laufendes Reporting an "Sustainability" Rating-Agenturen durch. Dort wird sie als "Low Impact Company" eingestuft. Das wirtschaftliche Potenzial - die TA-Aktie gehört zu den Top-Performern in Europa - ist die Voraussetzung dafür, dass freiwillige Maßnahmen im Nachhaltigkeitsbereich überhaupt gesetzt werden können. Zum Teil führen Umweltschutz-Maßnahmen aber auch zu Kostensenkungen, beispielsweise die durchgeführte Kühlung mit Außenluft.
  3. Gesellschaftliche Verantwortung
    Jedes große Unternehmen hat einen gewissen Grad an Verantwortung gegenüber der Bevölkerung, dass sie nachhaltig agieren. Dazu zählt beispielsweise für jeden Kunden einen Telefonanschluss sicherzustellen, aber auch mit Risiken umzugehen. Bei der diesjährigen Hochwasserkatastrophe waren beispielsweise 16.000 Anschlüsse unterbrochen, die innerhalb kürzester Zeit wieder hergestellt wurden. Die TA ist darüber hinaus Österreichs größter Telekom-Infrastrukturbetreiber und investiert laufend in neue Technologien und Märkte.

Was bisher geschah...

  • Arbeitsgruppe zur Nachhaltigkeit:
    Innerhalb des Unternehmens wurde eine Arbeitsgruppe eingesetzt, die die einzelnen Aktivitäten im Bereich Nachhaltiger Entwicklung erfasst und bündelt.
  • Implementierung eines Nachhaltigkeitsmanagements:
    Derzeit ist die Telekom Austria dabei, ein geordnetes Nachhaltigkeitsmanagement im Unternehmen aufzubauen. Dabei liegt der Schwerpunkt der Herangehensweise auf der Prozessorientierung: Nachhaltigkeit wird als Prozess verstanden und nicht als PR-Kampagne.

Die Aktivitäten zur Nachhaltigkeit sind ein spannendes Aufgabenfeld und von hoher Gruppendynamik gekennzeichnet. Weil einzelne Maßnahmen unter anderem auch mit Finanzressourcen verbunden sind, braucht es durchaus immer wieder gute Argumente, um den Finanzvorstand davon zu überzeugen.

Mittlerweile haben sich in der Telekom Austria bereits erste Erfolge eingestellt. Das Unternehmen wurde in die Empfehlungsliste nachhaltiger Unternehmen des Instituts Oekom Research und FTSE4Good aufgenommen.

Was kann der Beitrag der Telekom Austria zu SISA sein?

  • Neue Technologien und Standortsicherung:
    Zur Unternehmenspolitik der Telekom Austria zählt es, unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten in die High-Tech Standortqualität Österreichs zu investieren, z.B. durch den Aufbau der Versorgungsinfrastruktur mit UMTS, GPRS und ADSL als Breitbandapplikationen. Es können allerdings keine Aktivitäten gesetzt werden, die zwar gut sind für die Volkswirtschaft, aber sich nicht rechnen - diese Zeiten sind nach der Auflösung der Monopolsituation vorbei. Früher war das Unternehmen ein Monopol mit einem politischen Auftrag.
    Die Sicherung des High-Tech Standortes Österreich erfordert aber auch eine maßvolle Regulierung, die einen fairen Wettbewerb, Investitionsanreize und die Schaffung von High-Tech Arbeitsplätzen gewährleistet.
  • Forschungspolitik:
    Die Telekom Austria kooperiert mit Universitäten und anderen Forschungsinstitutionen wie beispielsweise dem Wirtschaftsforschungsinstitut (WIFO), der Österreichischen Akademie der Wissenschaft (ÖAW), der Technischen Universität Wien und der Universität Klagenfurt, dem Forschungszentrum Telekommunikation Wien sowie der Universität Lancaster.
  • Verringerung der digitalen Kluft:
    Als Maßnahmen gegen den Digital Divide werden von der Telekom Austria mehrere Initiativen unterstützt: Gemeinsam mit dem Unterrichtsministerium wird das Projekt "Austrian School Network" durchgeführt, bei dem Schulen vernetzt und ans Internet angebunden werden sowie Server zur Verfügung gestellt werden.
    Bei dem AVD-Projekt werden unter anderem Unterrichtsmaterialien digitalisiert. Die Initiative "Computerbörse" rüstet ausgemusterte Computer auf und verteilt sie an Schulen. Dadurch konnten bis jetzt rund 400 Computer sinnvoll weiter verwendet werden.
  • Verstärkte Stakeholder-Kommunikation:
    In dem Projekt "Ich kümmere mich darum" wird ein Dialog mit Konsumentenschützern geführt. Hier gibt es eine Reihe von kurz-, aber auch langfristigen Problemen zu lösen. Die Initiative wurde Anfang November in Wien gestartet und wird jetzt in einzelnen Regionen fortgesetzt.
  • Nachhaltigkeitsbericht im Internet:
    Im zweiten Quartal 2003 wird der aktuelle Nachhaltigkeitsbericht der Telekom Austria im Internet abrufbar sein. Dieser Unternehmensbericht wird nach den Kriterien der "Global Reporting Initiative" [Link zu www.globalreporting.org] erstellt.

Wie sehen die Aktivitäten der Telekom Austria in naher Zukunft aus?

Zukünftiges Ziel ist es, dass alle Unternehmensentscheidungen unter dem Blickwinkel der Nachhaltigkeit betrachtet werden. Deshalb implementiert die Telekom Austria auch ein ganzheitliches Nachhaltigkeits-Management in die Unternehmensstrukturen. Jedes zweite Jahr soll ein Nachhaltigkeits-Bericht erstellt werden, der neben der ökonomischen auch die ökologische und soziale Bilanz des Unternehmens ausweist. Dadurch soll auch die Aufnahme in weitere Nachhaltigkeits-Ratings erzielt werden. Fügt man alle Faktoren und Maßnahmen zusammen, bleibt das Hauptziel der Telekom Austria, ihr langfristiges Wachstum zu sichern. Dass sich eine langfristige Nachhaltigkeitsstrategie für das Unternehmen lohnt, zeigt die Entwicklung des Aktienkurses der Telekom Austria im Verlauf der letzten Jahre: Die Share Price Performance verläuft gut 50% über dem Durchschnitt aller Telekom-Unternehmen.

Symposium SISA 2002

Symposiumprogramm
Teilnehmer und Teilnehmerinnen
Eröffnung und Impulsreferate
SISA und die Österreichische Nachhaltigkeitsstrategie
Dr. Peter Iwaniewicz, BMLFUW
Eine nachhaltige Informationsgesellschaft braucht institutionelle Verankerung<br>Prof.Dr.Uwe Schnedidewind, Uni Oldenburg Eine nachhaltige Informationsgesellschaft braucht institutionelle Verankerung
Prof.Dr.Uwe Schnedidewind, Uni Oldenburg
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Die Entwicklung der Informationsgesellschaft aus globaler Sicht<br>Dr.Thomas Schauer, FAW Ulm Die Entwicklung der Informationsgesellschaft aus globaler Sicht
Dr.Thomas Schauer, FAW Ulm
Arbeitskreise
Empfehlungen von SISA 2002
 
Diese Veranstaltung wird vom Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft und der Telekom Austria unterstützt.