sis-a Sustainable Information Society Austria
 

Arbeitskreis 1:
Innovative Unternehmensstrategien im IT-Business

Internet und E-Commerce sind als Medium und Markttransaktionsform der Zukunft von zentraler Bedeutung für eine nachhaltige Entwicklung. Die neuen Medien bieten innovative Möglichkeiten des Wirtschaftens, können Effizienzspielräume erschließen und neuartige Formen der Vernetzung und Kooperation fördern.

Hoher Umweltverbrauch und schlechte Konjunkturlage

Bislang konnten die Potentiale der neuen Technologien für ein umweltverträgliches und ressourceneffizientes Wirtschaften kaum genutzt werden. Die Herstellung, Nutzung und Entsorgung der anwachsenden "Hardware" ist mit einem beträchtlichen Umweltverbrauch verbunden. Die ökologischen Herausforderungen beschränken sich aber nicht nur auf die Informationsinfrastruktur, sondern betreffen sämtliche Produktions- und Geschäftsabläufe, in denen Internet und E-Commerce zum Einsatz kommen.

Neben den ökologischen Herausforderungen stellen sich für das IT-Business aber auch ökonomische und soziale Herausforderungen, die mit dem jüngsten Wachstumsrückgang in Verbindung zu setzen sind. 1999 und 2000 können in Österreich als die "Erfolgsjahre" der New Economy bezeichnet werden, die von Unternehmensgründungen und rasantem Wachstum gekennzeichnet waren. Aus 800 Unternehmen der IT-Wirtschaft im Jahre 1980 entstanden bis heute in Österreich über 20.000 Unternehmen. Die jüngste Entwicklung verläuft widersprüchlich, vergleichsweise wenige österreichische Unternehmen können am "Hype" teilnehmen. Rasant hat sich vor allem der Telekom-Markt entwickelt, der im Vergleich zur eher verhalten aufgenommenen E-Commerce-Welle signifikante Umsatzzuwächse verzeichnete. Für das Jahr 2002 zeigt der IT-Arbeitsmarkt in Österreich erstmals einen Rückgang in der Nachfrage. Die Recruiting-Aktivitäten der Unternehmen werden in naher Zukunft nach Ansicht von Arbeitsmarkt-Experten eher vorsichtig sein. Spezialisten werden aber nach wie vor gesucht, Qualifikation wird immer entscheidender im individuellen Wettbewerb um attraktive Jobs. Details und genaue Zahlen zu den einzelnen Sektoren können der neuen Ausgabe von "IT-Business in Österreich" entnommen werden, die bei Bohmann [Link zu www.bohmann.at] und OCG [Link zu www.ocg.at] erschienen ist.

Unternehmerische Strategietypen als mögliche Innovation

Grundsätzlich können unterschiedliche Strategietypen für eine Verbindung von IT-Systemen, E-Business und Nachhaltigkeitsorientierung verfolgt werden:

  • "Sustainable Design" der Informationstechnik:
    Energiesparende, problemstofffreie, recyclingfähige und nutzergerechte Gestaltung von elektronischen Geräten und technischer Infrastruktur wird in das Entwicklungs- und Innovationsmanagement des IT-Unternehmens integriert (dazu zählen Miniaturisierung, Kreislaufführung und Wiederverwendung von elektronischen Komponenten, Vermeidung schädlicher Substanzen, KISS-Prinzip als Designgrundlage: Keep it smart and simple)
  • E-Services:
    Nutzung internetgestützter Dienstleistungen, Geschäftsmodelle und Netzwerke zur Umweltentlastung und Verbesserung der Öko-Effizienz (z.B. E-Procurement); IT-Systeme unterstützen neue Formen der kooperativen Produkt- und Serviceentwicklung und ermöglichen eine effiziente unternehmensinterne Prozessabwicklung sowie die Einbindung von Partnern und Kunden über E-Business-Plattformen (B2B, B2C)
  • E-Substitution:
    Ersatz physischer Produkte (z.B. Telefonbücher, Briefe, Terminkalender, Reisen) durch elektronische, umweltverträglichere Produkt-, Versand- und Nutzungsalternativen (z. B. Emails und mobile Telekommunikationsformen, virtuelle Bestellkataloge, elektronische Handbücher, PDAs)
  • E-Support:
    Nutzung von Internet und E-Business zur Sicherung und Verbreitung umweltschonender Produkte und Dienstleistungen (z.B. durch Branchenportale und Marktplattformen) und zur internen und externen Umweltkommunikation (z.B. Sustainability Reporting).

Sustainability Reporting mit IT-Unterstützung

Sustainability Reporting, also die Berichterstattung über die unternehmerische Nachhaltigkeits-Performance, entwickelte sich in jüngster Zeit nicht zuletzt durch eine internationale Harmonisierung der Rahmenbedingungen und Indikatoren zu einer wesentlichen Herausforderung für Unternehmen. Ein Beispiel dafür ist die "Global Reporting Initiative" [Link zu www.globalreporting.org], die von den Vereinten Nationen und zahlreichen Firmen unterstützt wird. Einheitliche Richtlinien und Indikatoren sind die beste Voraussetzung für ein Nachhaltigkeits-Benchmarking zwischen Unternehmen. Gleichzeitig erleichtern ökonomische, ökologische und soziale Monitoring-Indikatoren die laufende Evaluierung der unternehmerischen Performance und ein zielgerichtetes Innovationsmanagement im Sinne nachhaltiger Entwicklung. Für eine kontinuierliche Berichterstattung und Indikatoren-Berechnung können IT-Systeme stark unterstützend wirken.

Zentrale Fragestellungen für eine Nachhaltige Entwicklung der IT-Branche

  • Wie kann die Zukunft der IT-Unternehmen in Österreich aussehen, die ihre ökonomischen Interessen in Einklang mit ökologischen und sozialen Erfordernissen bringen?
  • Welche zukunftsorientierten Innovationen können Unternehmen setzen, die die sogenannte "Triple-Bottom-Line" Wirtschaft, Umwelt und Soziales im Auge behalten und dadurch am Markt unübersehbar werden?
  • Welche Chancen und Herausforderungen stellen sich für IT-Unternehmen bei der Implementierung eines Nachhaltigkeitsmanagements und bei einem Sustainability Reporting?

Symposium SISA 2002

Symposiumprogramm
Teilnehmer und Teilnehmerinnen
Eröffnung und Impulsreferate
Arbeitskreise
Innovative Unternehmensstrategien im IT-Businiess Innovative Unternehmensstrategien im IT-Businiess
Digitale Haushalte & Nachhaltiger Konsum Digitale Haushalte & Nachhaltiger Konsum
Impulse aus Politik und Verwaltung Impulse aus Politik und Verwaltung
Empfehlungen von SISA 2002
Henriette Gupfinger und Herbert GreisbergerModeratoren Arbeitskreis1: Henriette Gupfinger und Herbert Greisberger
 
Diese Veranstaltung wird vom Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft und der Telekom Austria unterstützt.